Christina Ammann, Lehrerin an der Primarschule und Übergangsklasse, seit 1997 an der Schloss Schule

Meine Zeit im Schloss begann 1997, als ich nach einer langen Kinderpause den Wiedereinstieg ins Lehrerdasein wagte. Das Unterrichten ist eine meiner Leidenschaften und hätte zunächst nur ein zweites Hobby neben dem Dressurreiten, meiner anderen grossen Passion, werden sollen. Diese beiden Hobbies ergänzten sich optimal, denn sowohl die Kinder wie auch das Pferd forderten und förderten mich. Bei beiden sind Vertrauen, eine klare Linie, Beständigkeit und viel Verlässlichkeit wichtig für ein funktionierendes Zusammenspiel. Meine beiden Leidenschaften waren allerdings sehr zeitintensiv und als mir die Belastung neben der Familie zu viel wurde, fiel es mir nicht schwer, mich für die Schule zu entscheiden und ich komme seit über 20 Jahren jeden Tag mit Freude ins Schloss Uster. Im Alltag mit den Schülern habe ich stets mein grosses Vorbild, meinen Deutschlehrer aus der eigenen Schulzeit, vor Augen. Klein, unscheinbar, aber mit einer grossen Wertschätzung jedem Schüler gegenüber, musste er nie seine Stimme erheben und die grössten Schlingel brachten ihm die gleiche Achtung entgegen wie er ihnen. Jeder einzelne Jugendliche war ihm wichtig, egal ob er gute oder schlechte Noten erzielte, egal ob er aktiv oder ruhig war, egal ob er eher zu den Engeln oder Bengeln gehörte. Seit ich mich erinnern kann, ist es auch mein Bestreben, jedem Menschen mit dem gleichen Respekt zu begegnen. Als junge Lehrerin arbeitete ich nach einigen Jahren Volksschule in der Kinderklinik in Davos mit schwerkranken Kindern. Diese sehr wertvolle Erfahrung hilft mir noch heute, den Blick auf das Wesentliche zu richten und mich nicht über unwichtige Kleinigkeiten zu ärgern. Auch meine Ausbildung an der Heilpädagogischen Hochschule half mir, meinen Horizont zu öffnen und den Herausforderungen des Lehrerlebens gelassener zu begegnen. Sowohl meine Zeit als junge Lehrerin als auch mein berufsbegleitendes Studium haben bestätigt, dass ich gerne nach Möglichkeiten suche, wie ich jeden einzelnen Schüler verstehen und nach seinen persönlichen Bedürfnissen fördern und unterstützen kann und mich freue zu erleben, wie die Jugendlichen ihre Persönlichkeit entfalten. Ich geniesse es, viele meiner Schüler über mehrere Jahre begleiten zu dürfen, manche sogar von der 4. Klasse bis zur 3. Oberstufe. In dieser Zeit entwickelt sich oftmals eine enge Beziehung, die teilweise auch noch über die Schulzeit hinaus anhält. Wenn Ehemalige zu Besuch kommen, suchen sie sich sofort auf den Fotos in meinem Schulzimmer, die ich von jeder meiner bisherigen Klassen aufgehängt habe. All die verschiedenen Erfahrungen haben mich geformt und ermöglichen mir, jeden Tag mit all seinen spannenden Aufgaben mit Schülern, Eltern, Lehrerkollegen und Fachkräften bewusst zu geniessen. Die Arbeit in der Schloss Schule mit den kleinen Klassen und der familiären Atmosphäre entspricht mir sehr. Dass wir ein seit Jahren beständiges Lehrerteam sind, das optimal zusammenarbeitet, trägt auch viel dazu bei, dass ich immer gerne zur Schule komme und ich wünsche mir, dass es meinen Schülern an diesem einzigartigen Ort genauso geht.